Die Umwelt im Blick
Der Schienen-Personennahverkehr auf der Strecke Lüneburg – Soltau minimiert Belastungen für Anwohner und Umwelt.
Ein großes Projekt wie dieses wird schon aufgrund des Streckenverlaufs selbstverständlich unter zukunftsorientierten Umweltaspekten geplant und umgesetzt. Dabei haben wir die Natur ebenso im Fokus wie die Menschen, die entlang der Strecke leben und arbeiten.
Hier finden Sie alle Dokumente zum Schienenpersonenverkehr zum Download.
Lärm- und Erschütterungsschutz
Der Lärm- und Erschütterungsschutz ist für Anlieger der Strecke verständlicherweise ein wichtiges Thema. Zurzeit werden zwei entsprechende Gutachten erstellt. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor, werden jedoch spätestens zur Planfeststellung hier veröffentlicht.
Wir gehen davon aus, dass die Hauptbelastung eher durch Güterzüge entsteht, auch wenn hier durch technische Neuerungen bereits eine deutliche Entlastung erreicht wurde. Die neue elektrische Fahrzeuggeneration im Personenverkehr verursacht hingegen nur wenige Fahrgeräusche. Auch bei höheren Geschwindigkeiten ist die Geräuschentwicklung im Vergleich zum Güterverkehr nur gering.
Allgemein versuchen die Gutachter durch den Einsatz aktiver Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände, Schienenstegdämpfer etc.) zu erreichen, dass alle Belastungen vermieden werden können. Ist das aus technischen Gründen nicht möglich oder sind die Kosten unverhältnismäßig hoch, kommen passive Schutzmaßnahmen (Lärmschutzfenster) zum Einsatz.
Umweltschutz
Selbstverständlich ist auch der Umweltschutz ein wesentlicher Bestandteil eines modernen Verkehrskonzepts. Bereits seit Anfang 2024 kartieren Biologen deshalb alle wesentlichen Tier- und Pflanzenarten entlang der bestehenden Strecke Lüneburg – Soltau.
Da es das Projekt kaum zusätzlichen Flächenbedarf verursacht und neue Bahnsteige meistens in vorhandene Bahnhöfe integriert werden, sind keine nennenswerten Störungen der Umwelt zu erwarten. Lediglich der Neubau der Brücke über die Ilmenau in Lüneburg bringt eine gewisse Belastung mit sich. Die Arbeiten sind allerdings unabhängig vom Personenverkehr ohnehin erforderlich und werden nicht zwangsläufig Teil des Planfeststellungsverfahrens sein.
Verfahrensablauf
Im Rahmen der Planungen gab es umfangreiche Untersuchungen. Insbesondere wurden dabei folgende Aspekte beleuchtet:
- Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt
- Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft
- kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter
- die Wechselwirkung zwischen den vorgenannten Schutzgütern
- baubedingte sowie anlage- und betriebsbedingte Auswirkungen auf den Menschen
Minderungsmaßnahmen
- Durchführung schallintensiver Arbeiten möglichst nur tagsüber
- Umsichtige Flächennutzung, reduziert auf das Nötigste
- Baustelleneinrichtungsflächen möglichst nur auf vorhandenen Nutzflächen der Bahnhöfe
- Schonung wertvolle Lebensräume
- Kennzeichnung empfindliche Bereiche werden als Bautabuzonen
- Rückversetzung genutzter Grünflächen in ihren ursprünglichen Zustand und Lockerung von verfestigtem Boden; Pflanzen wachsen durch natürliche Entwicklung wieder nach.
- Verwendung Fledermaus- und insektenfreundliche Beleuchtung
- Rückbau nicht mehr benötigter Bahnübergänge und Bauwerke (z. B. Laderampen)
- Entsiegelung und Begrünung nicht mehr benötigter Flächen, wodurch neue Lebensräume entstehen
Ausgleichsmaßnahmen
Eine ca. 2 ha große Fläche südwestlich von Drögennindorf wird ökologisch aufgewertet:
- Ein Acker wird in Wald, Gebüsch und naturnahes Grünland umgewandelt.
- Es werden heimische Baumarten und Sträucher gepflanzt.
So entstehen neue Lebensräume für Vögel und andere Tiere. Zusätzlich werden weitere Flächen aus einem Flächenpool zugekauft
Fazit:
Das Bauprojekt greift zwar in Natur, Boden und Lebensräume ein, jedoch werden
- Emissionen, Staub und Schadstoffe minimiert,
- Boden und Grundwasser geschützt,
- Tiere und Pflanzen besonders berücksichtigt,
- empfindliche Bereiche abgesperrt,
- Flächen nach Bauende wiederhergestellt,
- neue ökologische Ausgleichsflächen geschaffen,
- sämtliche Umweltschäden ausgeglichen